Internationaler Tag der Roma
Mo. 8. April 2019, ORF RadioKulturhaus, Wien

Der Internationale Tag der Roma wird jährlich am 8. April begangen – ein weltweiter Aktionstag, mit dem auf die Situation der Roma aufmerksam gemacht werden soll. Zum einen wird an diesem Tag die Diskriminierung der Volksgruppe in den Blickpunkt gerückt, zum anderen wird die Roma Kultur gefeiert.

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Opre Roma! Erhebt euch Roma!

Erstmals organisiert der Verein Voice of Diversity eine Veranstaltung anlässlich des „Internationalen Tag der Roma“ am Montag, 8. April 2019 im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses in Wien. Dabei soll sowohl die Situation der Roma mittels einer international besetzten Podiumsdiskussion beleuchtet und diskutiert werden als auch die Kultur in Form eines Konzerts präsentiert und gefeiert werden.

Zahlreiche österreichische Roma Vereine beteiligen sich als Kooperationspartner an der Veranstaltung, um gemeinsam den Internationalen Tag der Roma zu begehen. So sind die Roma Volkshochschule Burgenland, Romano Centro, Initiative Minderheiten, Verein Exil, Romano Svato, Vivaro – Viva Romnja, Lovara-Roma-Österreich und Hango Roma mit an Bord. Darüber hinaus sind auch die Volkshilfe Österreich / Initiative Thara und der KZ-Verband/VdA Wien wichtige Unterstützer des Projekts.

Montag, 8. April 2019
ORF RadioKulturhaus, Großer Sendesaal
Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Podiumsdiskussion:
18.30 Uhr bis 20 Uhr
Eintritt frei, Anmeldung unter radiokulturhaus@orf.at 
in deutscher Sprache bzw. mit simultan Übersetzung
Konzert:
21 Uhr bis ca. 22.15 Uhr
Tickets: €27, erhältlich unter https://radiokulturhaus.orf.at

Podiumsdiskussion, 18.30-20 Uhr (Eintritt frei)

Im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion wird die gegenwärtige Situation der Roma, die Rolle der Roma-Bürgerrechtsbewegung und Forderungen wie etwa die Anerkennung des gesellschaftlichen und kulturellen Beitrages der Roma für Europa oder die Bekämpfung von Antiziganismus diskutiert. Dabei soll insbesondere über die gegenwärtige Repräsentation von Roma im öffentlichen Diskurs wie auch über den Zusammenhang von Politik, Kultur und Identität reflektiert werden. Die Moderation leitet Schriftsteller Michael Köhlmeier.

Gäste am Podium:

Robert Gabris – Bildender Künstler (Wien)

Robert Gabris ist in der Slowakei geboren, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Wien. Er hat sein Studium an der Kunsthochschule in Bratislava sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Wien abgeschlossen. Gabris konnte seine Werke bisher bei vielen internationalen Ausstellungen oft in Kooperation mit diversen Roma Organisationen wie ERIAC in Berlin und New York, Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) in Wien, Akademie Graz, Open Society Foundation in Prag sowie mit dem Visegrad Fund in Budapest präsentieren. Gabris beschäftigt sich mit Zeichnung und Kupferstich, er beschreibt den Inhalt seiner Tätigkeit als sozialkritische, politische und aktivistische Auseinandersetzung mit  Identitätsproblemen und neuen Perspektiven der Roma Minderheiten im europäischen Kontext. Ausgangspunkt seiner Arbeit sind neue experimentelle Formen der Zeichnung als Widerstand gegen Ausgrenzung und Rassismus.

Ursula Hemetek – Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität Wien

Ursula Hemetek ist außerordentliche Professorin am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und seit 2011 Institutsleiterin. Seit 2017 ist sie Generalsekretärin des ICTM (International Council for Traditional Music). Ursula Hemeteks zentrales Forschungsgebiet ist die Musik von Minderheiten und sie forscht insbesondere zur Musik der Roma, der burgenländischen Kroaten und der Bosnier in Wien. Diesen Fokus setzt sie auch in ihrer Lehrtätigkeit. Sie schuf den Minderheitenschwerpunkt am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie und unterrichtet an mehreren österreichischen Universitäten zu ihrem Thema. 2018 wurde sie mit dem renommierten Wittgenstein-Preis ausgezeichnet.

Mirjam Karoly – Stellv. Vorsitzende des Österr. Beirates der Roma (Wien)

Die Politikwissenschaftlerin Mirjam-Angela Karoly war von 2013 bis 2017 Leiterin der Kontaktstelle für Roma- und Sinti-Fragen und leitende Beraterin für Roma- und Sinti-Fragen im OSZE-Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR). In ihrer beruflichen Laufbahn konzentriert sie sich auf Menschen- und Minderheitenrechte. Von 2007 bis 2009 war sie als Senior Communities Adviser bei der OSZE-Feldmission im Kosovo tätig, wo sie sich insbesondere mit den Rechten von Minderheiten einschließlich der Lage der Roma, Aschkali und Ägypter sowie mit Flüchtlingen und Vertriebenen, ihren Eigentumsrechten, ihrer Rückkehr und Reintegration beschäftigte. Karoly ist Mitglied des Österreichischen Volksgruppenbeirates und Vorstandsmitglied des Vereins Romano Centro, Wien, und des Europäischen Roma-Rechte-Zentrums in Budapest.

Romani Rose – Dokumentations- & Kulturzentrum Deutscher Sinti & Roma  (Heidelberg)

Der bekannte deutsche Bürgerrechtsaktivist Romani Oskar Rose ist Mitbegründer und seit 1982 Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Seit 1991 ist er  Geschäftsführer des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg. Ein maßgeblicher Antrieb für Roses Engagement ist seine persönliche Betroffenheit, 13 unmittelbare Verwandte von Romani Rose wurden während des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern ermordet. Er setzt sich konsequent für die Gleichberechtigung der nationalen Minderheit der Sinti und Roma ein, für den Schutz vor Rassismus und Diskriminierung sowie für die Aufklärung des Ausmaßes und des historischen Stellenwerts des Völkermords an 500.000 Sinti und Roma im nationalsozialistisch besetzten Europa. Mit seinem unnachgiebigen Aktivismus hat er Rassismus und Diskriminierung durch deutsche Behörden und Politiker nach 1945 ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Romani Rose arbeitet daran, die Kultur und gesellschaftliche Lage der Sinti und Roma durch Informationskampagnen und politische Initiativen bekannt zu machen.

Michael O’Flaherty – EU Agentur für Grundrechte (Wien)

Michael O’Flaherty ist Direktor der EU-Agentur für Grundrechte (FRA), dem Menschenrechtsberatungsgremium der EU mit Sitz in Wien. Davor war er Professor für Angewandte Menschenrechte und Co-Direktor des Human Rights Law Center an der University of Nottingham, später Professor für Menschenrechte und Direktor des Irish Centre for Human Rights an der National University of Ireland Galway und diente als Chief Commissioner der Menschenrechtskommission von Nordirland. Gegenwärtig ist er Professor für Menschenrechte an der National University of Ireland Maynooth. Von 2004 bis 2012 war O‘Flaherty Mitglied des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender. Michael O’Flaherty hatte mehrere leitende Positionen bei den Vereinten Nationen inne, einschließlich der Gründung der UN-Menschenrechtsfeldmissionen in Bosnien und Herzegowina sowie Sierra Leone. Seine Publikationen umfassen Bände zu Recht und Praxis von Menschenrechten und zur Professionalisierung von Menschenrechtsarbeit in Feldmissionen sowie Menschenrechtsdiplomatie.

Moderation: Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard am Bodensee, lebt als freier Schriftsteller in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Studium der Germanistik und Politikwissenschaften, zahlreiche Veröffentlichungen, sehr erfolgreich als Erzähler antiker und heimischer Sagenstoffe und biblischer Geschichten. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. Rauriser Literaturpreis (1983), Manès-Sperber-Preis (1995), Anton-Wildgans-Preis (1996), Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2017), Marie-Luise-Kaschnitz-Preis (2017). 2018 erschien Michael Köhlmeiers Liebeserklärung an die Märchen „Von den Märchen“ sowie der Roman „Bruder und Schwester Lenobel“. Michael Köhlmeier bezieht regelmäßig Stellung zu politischen Themen. Vor wenigen Monaten erschien ein Band mit Reden gegen das Vergessen „Erwarten Sie nicht, dass ich mich dumm stelle“.

Konzert mit Harri Stojka, 21 Uhr, Großer Sendesaal

Ein wichtiger Bestandteil des Internationalen Tag der Roma ist es, die Kultur der Roma zu präsentieren und so wird der theoretische Teil der Veranstaltung am Abend mit einem Konzert feierlich ausklingen.

Der international bekannte Gitarrist Harri Stojka stellt mit seinem Ensemble ein spezielles Programm aus dem reichen Fundus der Roma Musik zusammen und möchte damit die Geschichte seines Volkes dem Publikum etwas näher bringen und auch auf die musikalische Gegenwart hinweisen. „Es geht bei meinem Roma Musik Programm in erster Linie darum, einer breiten Öffentlichkeit mehr über unsere Herkunft, unsere Freude, den Schmerz, die Vielfalt unserer Musik und unsere Sprache näher zu bringen.“ Harri Stojka unternimmt mit seinem Programm den Brückenschlag zwischen den alten Traditionen und der sich ständig verändernden Welt der Rom von heute. In der Überzeugung, dass nur gelebte kulturelle Identität den Weg in eine bessere Zukunft weist.

Harri Stojka – Gitarre, Gesang
Sashka Janx – Gesang
Doris Stojka – Gesang
Sissi Stojka – Gesang
Manfred Janku – Gitarre
Wolfo Schmidt – Keyboard
Peter Strutzenberger – Bass
Maria Petrova – Schlagzeug
Andi Steirer – Percussion

Gäste:
Moša Šišic – Geige
Ivana Ferencova – Gesang

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei folgenden Fördergebern:

 

Gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien, Wissenschafts- und Forschungsförderung

 

Ein besonderer Dank geht auch an unsere KooperationspartnerInnen:

Roma Volkshochschule Burgenland, Romano Centro, Initiative Minderheiten, Kulturverein Transdanubien, KZ-Verband/VdA Wien,
Verein Exil, Romano Svato, Vivaro – Viva Romnja, Lovara-Roma-Österreich, Hango Roma, Volkshilfe Österreich / Initiative Thara

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