INTERNATIONALER TAG DER ROMA 2026

INTERNATIONALER TAG DER ROMA 2026
mit Kunst & Kultur zu einem neuen Selbstverständnis
Film, Diskussion, Konzert im Metro Kinokulturhaus Wien,
Konzert im Porgy & Bess

Mittwoch, 8. und Donnerstag 9. April 2026 – Der Verein Voice of Diversity lädt zum Internationalen Tag der Roma 2026 ins Metro Kinokulturhaus ein. An zwei Abenden verbindet das Programm Film, Diskussion und Konzert, um die Verfolgungsgeschichte der Roma und Sinti aufzuarbeiten und ihre lebendige Kultur zu feiern.

8. April 2026:

17 Uhr Film-Preview & Podiumsdiskussion im Metro
Kinokulturhaus Wien

Am 8. April findet um 17:00 Uhr eine kostenfreie Preview des preisgekrönten Dokumentarfilms „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ (Regie: Walter Steffen) für geladene Gäste und Vertreter:innen der Roma-Community statt. Der Film beleuchtet die verdrängte Geschichte der NS-Verfolgung von Roma und Sinti und gibt Betroffenen eine Stimme. Im Anschluss (ca. 18:45 Uhr) folgt eine Podiumsdiskussion mit Dr. Anne Sudrow (Historikerin, KZ-Gedenkstätte Dachau), Gerd Holzheimer (Autor) und Walter Steffen (Regisseur), moderiert von André Raatzsch (Wissenschaftlicher Mitarbeiter). Die Diskussion wird aufgezeichnet und später auf YouTube verfügbar sein.

Auf dem Podium:
Gerd Holzheimer (Autor) – https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Holzheimer

Walter Steffen (Regisseur) – https://www.filmportal.de/person/waltersteffen_c193177616fd42b59a7f21cec5beae72

Dr. Anne Sudrow – https://www.clio-online.de/researcher/id/researcher-21123
https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/nachrichten/vorstellung-derwissenschaftlichen-studie-heil-kraeuter-kulturen-und-saat-der-gewalt/

Moderation:
André Raatzsch – https://raatzsch.com/home.html

8. April 2026 um 20:30 Porgy & Bess

HARRI STOJKA / acoustic drive quartett
special guest: Shireen Nikolic

Am 8. April 2026 um 20:30 steht das Porgy & Bess ganz im Zeichen des Internationalen Tags der Roma. Harri Stojka präsentiert mit ACOUSTIC DRIVE jenes Projekt, das aktuell im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit steht –
eine Formation, in der sich virtuose Spielfreude, tiefe stilistische Verwurzelung und offene Improvisation auf höchstem Niveau begegnen.

Ausgehend von einem der prägenden Einflüsse Stojkas, Django Reinhardt, entwickelt ACOUSTIC DRIVE eine eigenständige musikalische Sprache. Der Gitarrist beschreibt den Ansatz als „moderne Jazz-Solistik mit Akustik-GypsySound“ – im Live-Kontext jedoch weit mehr als ein stilistisches Etikett. Die Band nutzt Reinhardts musikalisches Erbe als Ausgangspunkt für dynamische Interaktion, spontane Wendungen und intensive musikalische Dialoge. Neben neu interpretiertem Material fließen Eigenkompositionen von Harri Stojka selbstverständlich ins Programm ein. Der Drive ist dabei kein Versprechen, sondern eine Haltung: rhythmisch präzise, energetisch aufgeladen und mit jener Unmittelbarkeit, die Jazz im Clubkontext auszeichnet.

Eine besondere Premiere bereichert diesen Abend: Für einige Roma-Lieder lädt Harri Stojka die Sängerin Shireen Nikolic als Gastmusikerin ein. Die gebürtige Wienerin wuchs in einer großen Roma-Familie auf, in der Musik von Anfang an eine zentrale Rolle spielte. Schon früh entwickelte sie eine enge Verbindung zur Bühne. Heute ist Shireen Nikolic als Musicaldarstellerin auf Tournee zu erleben und begeistert ihr Publikum mit Leidenschaft, Ausdruckskraft und eindrucksvoller Stimme.

Harri Stojka: acoustic guitar
Herbert Berger: saxophones, chromatic harmonica
Claudius Jelinek: acoustic guitar,
Joschi Schneeberger: bass
Shireen Nikolic: vocal

Fotokampagne „Mahnmal für die ermordeten Roma und Sinti“ –
Ausstellung im Porgy & Bess

Mit Fotos von Stephan Mussil, Lukas Beck, Bettina Neubauer, Matthias Cremer und Andreas Müller.

Seit Herbst 2025 unterstützt der Verein Voice of Diversity die Umsetzung eines Mahnmals am Schmerlingplatz im 1. Wiener Bezirk mit einer Fotoaktion. Zahlreiche Menschen aus der Roma-Community und Prominente treten für einen zentralen, sichtbaren Gedenkort für die ermordeten und verfolgten Roma und Sinti im NS-Regimes ein. Die Kampagne wird nun erstmals in einer Ausstellung im Porgy & Bess der Öffentlichkeit präsentiert, um die Forderung nach einem würdigen Mahnmal weiter in den gesellschaftlichen Diskurs zu tragen.

Hintergrund: Warum der Schmerlingplatz?

Mehr als 80 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges gibt es noch keinen zentralen Gedenkort in Wien, für die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti. 2024 wurde der Nationalfonds per Gesetz beauftragt ein Mahnmal zu
errichten. Der Volksgruppenbeirat der Roma und zahlreiche Organisationen nannten den Schmerlingplatz als prioritären Standort. Dieser zentrale Ort am Ring würde eine „erinnerungspolitische Wirksamkeit“ garantieren und die Botschaft „Niemals wieder!“ im Herzen der Demokratie verankern. Mit einer Protestaktion am Schmerlingplatz machten Roma-Organisationen kürzlich auf ihre Forderung aufmerksam.

Die Fotokampagne: Stimmen für das Mahnmal am Schmerlingplatz

Die Fotokampagne von Voice of Diversity zeigt Porträts von Unterstützer:innen – darunter Betroffene, Aktivist:innen und Prominente – die sich mit Gestapo Fotos von Roma aus dem Buch von Prof. Karl Stojka Edition Lex Liszt für das Mahnmal
am Schmerlingplatz aussprechen. Die Fotos dokumentieren die Vielfalt der Solidarität und unterstreichen die Dringlichkeit eines sichtbaren Gedenkorts. Die Ausstellung im Porgy & Bess macht diese Stimmen nun für ein breites Publikum
zugänglich und schafft einen Raum für Dialog und Reflexion.

Ausstellung im Porgy & Bess: Ein Ort der Begegnung

Die Ausstellung im Porgy & Bess bietet die Möglichkeit, die Fotokampagne hautnah zu erleben und sich mit den Hintergründen der Forderung auseinanderzusetzen. Sie ist Teil der langjährigen Arbeit von Voice of Diversity, die sich für die Sichtbarmachung der Roma-Kultur und die Aufarbeitung der NSVerbrechen einsetzt. Die Schau zeigt nicht nur die  künstlerische Kraft der Kampagne, sondern auch die politische Dimension eines Mahnmals, das Erinnerung, Würde und gesellschaftliche Verantwortung verbindet.

Ziele der Kampagne und Ausstellung

Sensibilisierung: Die Öffentlichkeit für die historische und aktuelle Bedeutung eines Mahnmals am Schmerlingplatz zu informieren.

Solidarität zeigen: Die Vielfalt der Unterstützer:innen sichtbar machen – von der Roma-Community bis zu prominenten Persönlichkeiten.

Politischen Druck erhöhen: Die Forderung nach einem zentralen Gedenkort in den öffentlichen Diskurs tragen.

Dialog fördern: Durch die Ausstellung im Porgy & Bess einen Raum für Austausch und Begegnung schaffen.

Ausstellungstermin & Ort

Ausstellungseröffnung: 8. April 2026
Ort: Porgy & Bess, Riemergasse 11, 1010 Wien
Öffnungszeiten: täglich ab 16 Uhr
Ausstellungsdauer: bis 30. April 2026

Pressekontakt
Voice of Diversity
Musilplatz 3/5A, 1160 Wien
info@voiceofdiversity.at
www.voiceofdiversity.at
Chris Tresper

Hinweis für Redaktionen:

Bildmaterial (Fotos der Kampagne) auf Anfrage verfügbar.
Interviewanfragen mit Valerie Stojka und Vertreter:innen von Voice of Diversity
gerne möglich.

Die Podiumsdiskussion am 8. April im Metro Kinokulturhaus ist kostenfrei für
Pressevertreter:innen (Akreditierung unter christian.tresper@chello.at)

Über Voice of Diversity:

Der Verein Voice of Diversity setzt sich seit Jahren für die Förderung von Kunst
und Kultur der Roma ein und organisiert Projekte, die Erinnerungskultur stärken,
Antiziganismus entgegenwirken und die Vielfalt der Roma-Kultur sichtbar
machen. Mit der Fotokampagne und Ausstellung im Porgy & Bess leistet der
Verein einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über die
Anerkennung der NS-Verbrechen und die Notwendigkeit eines zentralen
Mahnmals in Wien. Durch Projekte wie den Internationalen Tag der Roma oder
die Gedenkfeier im Baranka Park schafft der Verein Räume für Erinnerung, Dialog
und kulturellen Austausch

9. April 2026: Öffentliche Filmvorführung & Konzert

Am 9. April zeigt das Metro Kino den Film ab 18:00 Uhr „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ (Regie: Walter Steffen) der breiten Öffentlichkeit. Im Anschluss um ca. 20:45 Uhr folgt ein Konzert mit Harri Stojka acoustic drive trio das traditionelle Roma-Musik mit Jazz verbindet. Die Karten sind über das Metro Kinokulturhaus erhältlich.

HARRI STOJKA / acoustic drive / special guest: Patricia Ferrara
Für ausgewählte Roma-Lieder wird Harri Stojka von der Sängerin Patrizia Ferrara unterstützt. An seiner Seite spielen Claudius Jelinek an der Rhythmusgitarre und Joschi Schneeberger am Kontrabass. Gemeinsam entfaltet das Trio eine intensive, akustische Klangsprache zwischen Jazz, RomaTradition und improvisatorischer Freiheit.

Hintergrund & Ziele

Die Veranstaltung setzt sich zum Ziel, Erinnerungskultur zu stärken, Antiziganismus entgegenzuwirken und die Vielfalt der Roma-Kultur sichtbar zu machen. Durch die Kombination aus Film, Wissenschaft und Musik entsteht ein interdisziplinärer Raum für Austausch und Reflexion.

Kooperationspartner:innen:

° Metro Kinokulturhaus: https://www.filmarchiv.at/de/kino/metro-kinokulturhaus Johannesgasse 4 | 1010 Wien
Öffnungszeiten täglich 14:00–21:00
reservierung@filmarchiv.at
+43 1 512 18 03
° Harri Stojka www.harristojka.at